Wie vom Erdboden verschluckt…

oder: Warum kam Gova vom 24.02. bis jetzt immer noch nicht aus der Gesa zurück?

Am 24.02.22 kam es in Lützerath zu Auseinandersetzungen zwischen Aktivist:innen und Polizei, hierbei wurden mindestens 5 Menschen in Polizeigewahrsam genommen. Die meisten von ihnen wurden am gleichen Abend wieder freigelassen — alle, bis auf eine:n!

Gova, eine:r unserer Freund:innen aus Lützerath ist seit diesem Tag im Gefängnis, nämlich in der JVA Willich. Der Grund dafür bzw. die rechtlichen Vorwürfe gegen die Person haben allerdings gar nichts mit Lützerath oder den Ereignissen an jenem Tag zu tun, sondern beziehen sich auf einen ganz anderen Gerichtsprozess. Die Haft ist auch keine Strafe nach einem Gerichtsurteil, sondern eine Art Untersuchungshaft in Vorbereitung auf einen Prozess. Was wurde nur aus dem Grundsatz „Unschuldig bis zum Beweis der Schuld“?!

Abgesehen von dem Albtraum, von den Cops auf offener Straße aufgegriffen zu werden und ab da ohne Umwege hinter Gitter gesteckt zu werden, ist es für die bisherigen Unterstützer:innen extrem schwierig, überhaupt Kontakt zu der Person herzustellen: Gova darf nicht telefonieren, Besuche sind stark beschränkt und bedürfen der Erlaubnis des Gerichts und jegliche Post wird vom Gericht zuerst durchgesehen und zurückgehalten. Ein einziger Briefwechsel kann sich deshalb ca. 8 Wochen hinziehen! Sogar anwaltliche Hilfe wurde von der JVA einmal abgewimmelt. Das bedeutet schlussendlich die Verweigerung elementarer Rechte von Gefangenen durch die Justiz und psychische Folter durch soziale Isolation!

Diese unterdrückenden, menschenverachtenden und völlig unnötigen Haftbedingungen sind ein Skandal und reine Schikane! Rechtsstaat am Arsch! Unsere Solidarität gilt der betroffenen Person und den Angehörigen / Bezugspersonen.

Gemeinsam gegen Repressionen:

1. Schreibt Briefe an Gefangene! Der Mensch um den es hier geht freut sich auf Post, auch wenn’s aktuell länger dauert, bis Briefe ankommen:

Buchnummer: 397/22/5
JVA Willich I,
Gartenstraße 1,
47877 Willich

Über die Buchnummer (die der Knast vergeben hat) kommt der Brief normalerweise bei der richtigen Person an, dann müssen wir hier nicht den Klarnamen für ewig im Internet veröffentlichen.

Wie das Schreiben geht oder was es zu beachten gibt, erfahrt ihr hier: https://solidarity1803.blackblogs.org/wie-schreibe-ich-gefangenen/

2. Spendet Geld für Antirepressionsarbeit, damit z.B. Anwaltsrechnungen bezahlt werden können, der EA Telefone bekommt oder Gefangene Taschengeld bekommen:

Konto: Spenden & Aktionen
IBAN: DE29 5139 0000 0092 8818 06
Betreff (WICHTIG): Antirrr

Until all are free, noone is free.
Liebe & Wut,
Euer Rheinland EA

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